Radiostatut

Statut von Radio F.R.E.I. vom 30. November 2015


Allgemeine Grundsätze
Radio F.R.E.I. ist ein freies, offenes und selbstverwaltetes Lokalradio. Radio F.R.E.I. arbeitet unabhängig von staatlicher, wirtschaftlicher, parteipolitischer, religiöser oder anderer institutioneller Einflussnahme. Das Programm von Radio F.R.E.I. soll eine Alternative zu anderen lokalen und überregionalen Medien darstellen, vor allem wenn marginalisierte Themen Beachtung finden und marginalisierte Gruppen zu Wort kommen. Im Vordergrund steht die kollektive, selbstorganisierte und solidarische Arbeitsweise. Außerdem arbeitet Radio F.R.E.I. nicht nur im Programm, sondern auch im Miteinander aktiv am Abbau von rassistischer, sexistischer und anderer sozialer Diskriminierung. Radio F.R.E.I. ist Arbeits-, Rückzugs- und Schutzraum unterschiedlicher Menschen. Radio F.R.E.I. ermöglicht einen offenen und barrierearmen Zugang zum Medium Radio. Dem emanzipativen Aspekt der Mitarbeit kommt besondere Bedeutung zu, ermöglicht dieser doch allen, ihre Fähigkeiten einzubringen. Außerdem wird auf diese Weise den Menschen Mut gemacht, selbst aktiv zu werden. Arbeits- und Entscheidungsprozesse werden ebenso transparent und gleichberechtigt gestaltet. Dies schließt den Zugang zu Ressourcen ein. Entscheidungen werden demnach nicht von Einzelnen, sondern im Kollektiv getroffen. Die Grundsätze des Statuts spiegeln sich im Programm von Radio F.R.E.I. wider.


Wer oder was ist Radio F.R.E.I.?
Radio F.R.E.I. ist ein gemeinschaftliches Projekt, welches von den beiden Vereinen "Freies Radio Erfurt e.V." und "KOMED e.V" (KOMED steht dabei für "Verein für kommunikative Medien und Lebensformen") getragen wird. Es ist ein freies, offenes und selbstverwaltetes Lokalradio und orientiert sich an den Grundsätzen des "Bundesverbands Freier Radios". Die Redaktionsarbeit findet grundlegend ehrenamtlich statt. Die Radiogestaltung ist unabhängig von einer Vereinsmitgliedschaft. Diese unterstützt aber die Ziele des Radios. Radio F.R.E.I. ist in der medienpädagogischen, gesellschaftspolitischen Projekt- sowie Kinder- und Jugendarbeit aktiv. Radio F.R.E.I. liegt in der Verantwortung aller Radiogestaltenden und wird kollektiv verwaltet. Radio F.R.E.I. ist nichtkommerziell, d.h. es arbeitet unabhängig von kommerziellen Interessen, ist nicht gewinnorientiert und verzichtet auf Werbung. Es zielt nicht auf marktorientierte Reichweiten ab und steht dahingehend nicht in Konkurrenz zu anderen Akteur*innen der Medienlandschaft. Die institutionellen und projektspezifischen Förderungen dienen der Absicherung der Gesamtstruktur und nehmen keinen Einfluss auf Entscheidungen und Inhalte des Radioprogramms. Es gilt ein offenes und gleichberechtigtes Redaktionsprinzip, in dem alle Radiogestaltenden gleiche Zugangsmöglichkeiten zu Entscheidungen haben. Damit wird u.a. die Instrumentalisierung durch einzelne Gruppen ausgeschlossen.


Was sendet Radio F.R.E.I.?
Radio F.R.E.I. versteht sich mit seinem Informations- und Musikprogramm als Alternative zu anderen lokalen und überregionalen Medien. Das Programm ist in seiner Vielfalt kultur- und generationsübergreifend. Dabei rücken vor allem marginalisierte Themen in den Vordergrund. Der lokale Bezug spiegelt sich im gesamten Programm wider. In vielen Sendungen wird dieser als Schwerpunkt gesetzt. Lokale Themen werden in einen größeren Zusammenhang gesetzt. überregionale sowie internationale Themen wiederum werden auch in ihrer lokalen Bedeutung betrachtet. Die Themen werden kritisch und diskursorientiert aufgearbeitet. Statt einseitiger Darstellung werden verschiedene Sichtweisen einbezogen. Es wird nicht der Anschein von Objektivität gegeben. Neben ereignisorientierter Berichterstattung wird der Fokus auch auf die dahinterstehenden Prozesse gelegt. Damit streben wir eine tiefgründige Hintergrundberichterstattung an. Der Meinungsbildungsprozess der Hörer*innen aber auch der Radiomachenden soll nicht vorweggenommen werden, vielmehr soll eine Diskussionsgrundlage geboten werden. Die Informationen sollen gesellschaftliche Prozesse transparenter machen und die Menschen zur Partizipation an diesen ermutigen. Die Radiogestaltenden erstellen das Programm eigenverantwortlich und unabhängig von staatlicher, wirtschaftlicher, parteipolitischer, religiöser oder anderer institutioneller Einflussnahme. Die Inhalte werden unter Creative Commons Lizenz veröffentlicht. So verschieden wie die Radiogestaltenden sind, so verschieden sind die Inhalte von Radio F.R.E.I.


Wie arbeitet und entscheidet Radio F.R.E.I.?
Arbeits- und Entscheidungsprozesse bei Radio F.R.E.I. sind transparent. So wird auch der Zugang zu Ressourcen wie z.B. zu Technik, Raum und Wissen gleichberechtigt organisiert. Bei Radio F.R.E.I. gibt es keine Hierarchien nur Verantwortlichkeiten von Ehrenamtlichen und hauptamtlich Angestellten, die gemeinsam vereinbart werden. Entscheidungen werden nicht von Einzelnen, sondern im Rahmen kollektiver Entscheidungsprozesse getroffen. Alle Radiogestaltenden haben den gleichen Anspruch auf Mitbestimmung. Radio F.R.E.I. und dessen Programm ist ein Produkt kritischer Auseinandersetzung. Entscheidungen werden also nicht nach Meinungen einzelner oder Mehrheiten getroffen, sondern in Diskussions- und Kompromissfindungsverfahren von allen getragen. Das oberste Entscheidungsgremium ist die wöchentliche Redaktionssitzung. Die Redaktionssitzung ist das wichtigste formelle Kommunikationsforum bei Radio F.R.E.I. und dient der internen sowie externen Vernetzung. Gäste und Interessierte sind herzlich willkommen. In der Redaktionssitzung wird in gemeinsamer Diskussion das wöchentliche Radioprogramm besprochen. Hier findet eine kritische Auseinandersetzung mit Radioinhalten statt. Neue Redaktions- und Sendungsformate werden hier vorgestellt und diskutiert. Ebenfalls werden Probleme aller Art im Radioalltag in der Redaktionssitzung besprochen und es findet eine Reflexion der eigenen Organisationsstrukturen statt. Sie dient als formelles Bindeglied zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. Die Redaktionssitzung ist wesentlich für die Weiterentwicklung und den Prozesscharakter von Radio F.R.E.I. Weiterführende themen- und projektspezifische Gremien bilden die monatliche Koordinationssitzung, temporäre Arbeitsgruppen sowie anlassbezogene Plena oder mehrtägige Radioklausuren.


Wer gestaltet Radio F.R.E.I.?
Radio F.R.E.I. ermöglicht einen offenen, gleichberechtigten und barrierearmen Zugang zum Medium Radio, zu der vorhandenen Struktur und den damit verbundenen Ressourcen. Rassistische, sexistische oder andere soziale Diskriminierung finden bei Radio F.R.E.I. keinen Platz. Unter dieser Prämisse wird unterschiedlichen Personen und Gruppen ein Forum geboten, um sich zu treffen und zu vernetzen. Durch dieses Angebot sollen insbesondere marginalisierte Personen und Gruppen angesprochen werden. Radio F.R.E.I. ist Arbeits-, Rückzugs- und Schutzraum. Alle Radiogestaltenden haben die Möglichkeit, bei Radio F.R.E.I. öffentlichkeit im Sinne der Meinungsvielfalt und Emanzipation eigenverantwortlich und selbstständig mitzugestalten. Dies kann in Form von redaktioneller Arbeit, Veranstaltungen, Vernetzung und Hörer*innenbeteiligung erfolgen. Jede und jeder kann ihre und seine Fähigkeiten einbringen und aneignen. Unterschiedliche Bildungsangebote erleichtern den Einstieg und befähigen zur aktiven und eigenverantwortlichen Mitarbeit. Um einen kritischen Umgang mit Medien früh zu entwickeln, richten sich diese Angebote bereits an Kinder und Jugendliche.